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 Hochschule
04.11.2008

Tote Sprache vor dem Aus

Mittellateinisches Seminar kämpft weiter

Renommierte Wissenschaftler aus aller Welt unterschrieben diesen Sommer eine Petition gegen die Schließung des Mittellateinischen Seminars. Seit das Rektorat dies im Sommer 2007 bekannt gab, geht ein Aufschrei durch die Fachwelt.

Die Namenliste der Protestierenden lesen sich wie das „Who is Who“ der internationalen Mediävistik-Forschung. Renommierte Wissenschaftler aus der ganzen Welt unterschrieben in diesem Sommer eine Petition gegen die geplante Schließung des Mittellateinischen Seminars. Damit geht der Protest in die nächste Runde: Seit das Rektorat seine Pläne im letzten Jahr bekannt gab, geht ein Aufschrei durch die akademische Fachwelt. 

Im Juni überreichten Vertreter der Fachschaft Bildungsministerin Annette Schavan während der öffentlichen Einweihung des Marsilius-Kollegs 1300 Unterschriften. Zahlreiche Wissenschaftler machten sich in Reden und öffentlichen Briefen für das Seminar stark, und auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete über die Vorgänge an der Uni Heidelberg.

Mit der weltweit zweitgrößten Bibliothek für das mittelalterliche Latein, genießt das kleine Seminar einen einzigartigen Ruf in Fachkreisen. Umso unverständlicher sind daher die Pläne des Rektorats für die Fachschaft Mittellatein: „Nach dem derzeitigen Stand der Dinge ist es leider noch völlig unklar, was genau mit dem Institut passieren wird“, erklärt Fachschaftssprecher Jonas Göhler besorgt. Erst wenn die letzten Lateiner ihr Studium beendet haben, soll die Bibliothek in die UB umziehen. Laut Rektorat soll dieser in drei Jahren stattfinden. „Das ist beschlossene Sache“, teilte Rektor Eitel der Fachschaft in einem Gespräch im September mit.

Wie man die derzeit einzige akademische Mitarbeiterstelle weiterführen werde, ist noch offen. Trotz dieser vagen Äußerungen haben die Studierenden, angesichts des immensen öffentlichen Interesses die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es an ihrem Seminar auch weiterhin einen Lehrstuhl geben wird. „Wir hoffen, bald wieder unter normalen Bedingungen, wie sie an der Volluniversität Heidelberg üblich sein sollten, studieren und auch forschen zu können“, so Göhler.

von Phillip Rudolf
   

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