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 StudiLeben
28.04.2009

Helfer im Uni-Alltag

„Arbeiterkind.de“ will akademische Barrieren einreißen

„Arbeiterkind Heidelberg“ hilft Schülern und Studenten aus nicht-akademischen Elternhäusern durch den Uni-Dschungel.

„Arbeiterkind Heidelberg“ hilft Schülern und Studenten aus nicht-akademischen Elternhäusern durch den Uni-Dschungel.

Was ist eine Immatrikulation? Wie füllt man einen Bafög-Antrag aus? Bei solchen und ähnlichen Fragen wenden sich Studienanfänger gerne hilfesuchend an ihre Eltern. Doch was ist, wenn die auch nicht weiter wissen, weil sie selbst nicht studiert haben?

An dieser Stelle springt die Initiative „Arbeiterkind“ ein. Katja Urbatsch, Doktorandin an der Justus-Liebig-Universität Gießen, gründete die Organisation im Mai 2008. Mittlerweile gibt es „Arbeiterkind“ an über 70 Hochschulen, seit Oktober auch an der Uni Heidelberg.

Sabrina Potocic und Daniela Leitner sind zwei von 15 Mentoren, die sich bei „Arbeiterkind HD“ engagieren. Potocic ist dabei, weil sie aus eigener Erfahrung weiß, wie schwierig der Uni-Einstieg ist, wenn die Eltern als Berater ausfallen.

Als Tochter einer ungelernten Hausfrau und eines Werkzeugmachers ist sie die erste aus ihrer Familie, die einen akademischen Abschluss hat. Ihre Kommilitonen konnten ihr bei Fragen oft nicht weiterhelfen. „Gerade im Jurastudium in Heidelberg ist man als Arbeiterkind eine Rarität,“ lächelt die Absolventin.

Doch das trifft nicht nur auf das Heidelberger Jurastudium zu. Laut der aktuellen Sozialstudie des deutschen Studentenwerks nehmen 83 Prozent der Akademikerkinder in Deutschland ein Hochschulstudium auf. Bei Kindern nicht-akademischer Herkunft sind es lediglich 23 Prozent, obwohl doppelt so viele die Hochschulreife erreichen.

Leitner hat ebenfalls nicht-studierte Eltern. Die Tochter einer Verlagsangestellten und eines Elektromeisters wurmt es bis heute, dass sie nicht versucht hat, ihr Studium mit einem Stipendium zu finanzieren. „Als ich von dieser Möglichkeit erfahren hatte, war ich schon in einem zu hohen Semester, um mich noch bewerben zu können“, bedauert die Studentin der Politik- und Religionswissenschaften.

Die nächste Aktion, die Arbeiterkind HD in Angriff nimmt, ist die Kooperation mit Heidelberger Gymnasien. Die Mentoren planen Informationsveranstaltungen in den Schulen, an denen auch Schüler aus akademischen Elternhäusern teilnehmen sollen.


Infos: arbeiterkind.blogger.de

von Cosima Stawenow
   

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