Dies ist ein Archiv der ruprecht-Webseiten, wie sie bis zum 12.10.2013 bestanden. Die aktuelle Seite findet sich auf https://www.ruprecht.de

ruprecht-Logo Banner
ruprecht/Schlagloch-doppelkeks-Jubiläum
Am 13.10. feiern wir 25 Jahre ruprecht/Schlagloch und 10 Jahre doppelkeks [...mehr]
ruprecht auf Facebook
Der aktuelle ruprecht
ruprecht vor 10 Jahren
Andere Studizeitungen
ruprechts Liste von Studierendenzeitungen im deutschsprachigen Raum
ruprecht-RSS
ruprecht-Nachrichten per RSS-Feed
 Hochschule
25.05.2009

Endstation Bachelor

Nur die Besten kommen in die Meisterklasse

Nicht jeder, der ein Masterstudium beginnen möchte, erhĂ€lt dazu auch die Gelegenheit. Meist mĂŒssen erst strenge Zugangsvoraussetzungen erfĂŒllt werden, um ĂŒberhaupt eine Chance zu bekommen.

Eines ist fĂŒr viele Bachelorstudenten klar: Nach dem Bachelor-Abschluss soll ein Masterstudium folgen. Doch nicht alle, die sich das zum Ziel gesetzt haben, werden dazu auch Gelegenheit bekommen. Der Grund: MasterstudiengĂ€nge haben oft strenge ZugangshĂŒrden, die es erst zu ĂŒberwinden gilt. Sogar im Landeshochschulgesetz sind â€žĂŒberdurchschnittliche PrĂŒfungsergebnisse“ im Bachelorstudium als Voraussetzung fĂŒr eine Teilnahme an einem Masterstudiengang vorgegeben.

Doch die Abschlussnote bleibt meist nicht das einzige Kriterium, das es zum Erreichen des gewĂŒnschten Masterplatzes zu  erfĂŒllen gilt. So fordert die Anglistik zum Beispiel Motivationsschreiben, andere FĂ€cher Nachweise ĂŒber bestimmte Qualifikationen.

In der Bologna ErklĂ€rung seien BeschrĂ€nkungen der Master- studiengĂ€nge eigentlich gar nicht vorgegeben, erklĂ€rt der Referent fĂŒr Studienreform und hochschulpolitische Entwicklungen der Fachschaftskonferenz Sven Lehmann: „Hierbei handelt es sich lediglich um eine Praxis, auf die man sich in Deutschland geeinigt hat.“ Nachweise ĂŒber bestimmte Qualifikationen sieht Lehmann auch kritisch, da diese Vorgaben oft an den BachelorstudiengĂ€ngen der eigenen Hochschule ausgerichtet seien.

Lehman sieht  dadurch die in der Bologna-ErklĂ€rung angestrebte Steigerung der MobilitĂ€t beeintrĂ€chtigt, da hauseigene Bachelor studierende damit bessere Chancen auf einen Masterplatz bekĂ€men. Andere Kritiker, wie Philipp ZĂŒndorf von der GrĂŒnen Hochschulgruppe, lehnen die erneute Selektion nach dem Bachelor ebenso entschieden ab. Der Leistungsdruck  auf die Studierenden werde dadurch nur noch erhöht. „Allen Studierenden sollte ein Masterstudienplatz offen stehen“ fordert ZĂŒndorf.

Gerade Naturwissenschaftler fĂŒrchten, dass der vom Wissenschaftsministerium eigentlich als berufsqualifizierend vorgesehene Abschluss  Bachelor nicht als solcher gesehen wird. Wie die Fachschaft Biologie bestĂ€tigte und zu Beginn des Jahres in Medien berichtet wurde, stehen Studenten mit Bachelor-Abschluss bei Arbeitgebern oftmals auf der gleichen
Stufe mit Auszubildenden.

Bei anderen Instituten ist man sich noch nicht sicher, ob ihre Bachelor Absolventen auch vor diese Probleme gestellt werden. Am Institut fĂŒr Politische Wissenschaft ist ein Masterstudiengang bisher erst in Planung. Die Romanistik musste ihr Masterprogramm vorlĂ€ufig aufgeben, um ein ordnungsgemĂ€ĂŸes Bachelorstudium garantieren zu können.
Es wird sich in Zukunft also zeigen mĂŒssen, ob das Angebot an MasterstudienplĂ€tzen ausreicht. Ansonsten wird fĂŒr die meisten Bachelor Studenten wohl schon ihr erster UniversitĂ€ts-Abschluss zur Endstation.

von Christoph Straub
   post@ruprecht.de">

Archiv Hochschule 2023 | 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004