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 StudiLeben
10.11.2009

BĂĽcher statt Waffen

Verein hilft Studenten in Kriegsgebieten

Der Verein „Studieren ohne Grenzen“ versucht, Studierenden aus Krisengebieten ein Stipendium an einer deutschen Universität zu ermöglichen. Die Initiative ist mittlerweile mit einer lokalen Gruppe auch in Heidelberg vertreten.

ĂśberfĂĽllte Hörsäle, verdreckte Uni-Toiletten, wer kennt das nicht? Aber es geht auch schlimmer. In Ländern wie Tschetschenien und dem Kongo gleicht das Studieren einem SpieĂźrutenlauf. Oft gibt es weder ein nennenswertes Studienangebot, noch notwendige Unterrichtsmaterialien, von PCs ganz zu schweigen. Zudem ist das Niveau der Lehrveranstaltungen niedrig. Gut ausgebildete Lehrkräfte sind selten und Korruption bestimmt den Alltag. 

Um dem entgegen zu wirken, gründeten Studenten aus Konstanz und Tübingen im Oktober 2006 „Studieren ohne Grenzen“. Der Verein versucht, Studierenden aus Krisengebieten ein Stipendium an einer deutschen Universität zu ermöglichen. Die Initiative ist ein Ableger der bereits 2003 in Frankreich gegründeten Organisation „Etudes Sans Frontieres“ und hat mittlerweile viele Gruppen in deutschen Universitätsstädten. Nun ist der Verein mit einer lokalen Gruppe auch in Heidelberg vertreten.

Neben einzelnen Studierenden fördert die Initiative auch Bildungseinrichtungen in den Krisengebieten. Außerdem will sie die bundesdeutsche Öffentlichkeit über die katastrophalen Bildungsverhältnisse in Ländern wie Tschetschenien und anderen von Kriegen erschütterten Staaten aufklären. Dies soll den „öffentlichen Rückhalt für Unterstützungs- und Wiederaufbaumaßnahmen“ stärken.

Seit Gründung kann die Initiative einen rasanten Anstieg der Mitgliederzahlen verzeichnen. An immer mehr deutschen Universitäten entstehen lokale Hochschulgruppen. „Studieren ohne Grenzen“ hat in den vergangenen drei Jahren bereits viele Projekte verwirklichen können. Eins davon ist „Bücher überqueren Grenzen“. Das Projekt hilft beim Aufbau der im Bürgerkrieg zerstörten Bibliotheken der staatlichen Universität Tschetscheniens in der Hauptstadt Grosny und will diese bei der dauerhaften Bestandsaufstockung unterstützen.

Dort herrscht vor allem Bedarf an wissenschaftlicher Literatur. „Studieren ohne Grenzen“ möchte aber nicht nur Spenden für Bücher sammeln, sondern auch das Wissen und die Fähigkeiten der Studierenden ausbauen, um die Entwicklung und den Wiederaufbau Tschetscheniens zu fördern. Solche Projekte haben den Verein national bekannt gemacht, wodurch er sich die Unterstützung von Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur sicherstellen konnte. Im vergangenen Jahr hat sich der Verein vor allem mit dem Beratungsstipendium der Initiative „Start Social“, unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, einen Namen gemacht.

Die Initiative „Studieren ohne Grenzen“ organisierte zudem die Ausstellung „Studieren im Krieg“ und den Heidelberger Spendenlauf „Laufen ohne Grenzen“, dessen Erlöse Bildungseinrichtungen im Kongo und in Tschetschenien zu Gute gekommen sind.

von Elena Eppinger
   

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