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 Hochschule
10.11.2009

Dem gespendeten Geist

Fundraising-Projekt der Uni stĂ¶ĂŸt auf Kritik

Mit der Fundraising Kampagne "Dem Lebendigen Geist. Neue UniversitĂ€t 2011+" will die UniversitĂ€t Geld fĂŒr Sanierungsarbeiten sammeln. Kritiker fĂŒrchten, dass solche Großspenden die AbhĂ€ngigkeit der Uni von der Wirtschaft fördert.

Unter dem Motto „Dem Lebendigen Geist“ sammelt die UniversitĂ€t Geld fĂŒr Sanierungsarbeiten.

In zwei Jahren feiert die UniversitĂ€t Heidelberg ihr 625-jĂ€hriges Bestehen. Bis zum JubilĂ€umsjahr 2011 soll rund um das HörsaalgebĂ€ude der Neuen UniversitĂ€t alles in neuem Glanz erstrahlen. Im GebĂ€ude sollen die HörsĂ€le renoviert werden, und außen soll eine erneuerte Fassade den „exzellenten Standard der UniversitĂ€t“ widerspiegeln.

Die Kosten dafĂŒr schĂ€tzt die UniversitĂ€t auf mindestens acht Millionen Euro. Drei Millionen will das Land Baden-WĂŒrttemberg ĂŒbernehmen, mindestens fĂŒnf Millionen muss die UniversitĂ€t aufbringen, vor allem durch Spenden. Dazu rief das Rektorat zu Beginn des Jahres ihr Fundraising-Projekt „Dem Lebendigen Geist, Neue UniversitĂ€t 2011+“ ins Leben. Laut UniversitĂ€t â€žeines der grĂ¶ĂŸten Fundraising- Projekte in der Geschichte der Ruperto Carola“.

Seit Februar prangt ĂŒber dem Eingang zur Neuen UniversitĂ€t ein riesiges Banner, das auf die Kampagne hinweist. Eine Projekthomepage fordert dazu auf, den „Lebendigen Geist“ zu unterstĂŒtzen. Im Klartext: fĂŒr das Projekt zu spenden.

Einige grĂ¶ĂŸere Unternehmen haben sich bereits fĂŒr den „Lebendigen Geist“ engagiert. Zu den grĂ¶ĂŸten Spendern gehört das Finanzdienstleistungsunternehmen MLP, das die Auftaktaktion der Kampagne finanziert und daher  auf den Bannern deutlich sichtbar seine „freundliche UnterstĂŒtzung“ bekundet.

Das Sponsoring der Kampagne stĂ¶ĂŸt nicht ĂŒberall auf Gegenliebe: So beanstanden das Heidelberger Forum fĂŒr Kritische Theorie und die Kritische Initiative Heidelberg den zunehmenden wirtschaftlichen Einfluss auf die UniversitĂ€t. „Der schleichende RĂŒckzug der Landesregierung aus der Verantwortung fĂŒr die Hochschulfinanzierung und die UmfinanzierungsbemĂŒhungen der UniversitĂ€tsleitung“ ermöglichten es wirtschaftlichen Unternehmen „den ehemals ‚lebendigen Geist‘ nach ihren schnelllebigen WĂŒnschen fĂŒr sich formen zu lassen.“

Marietta Fuhrmann-Koch, Leiterin fĂŒr Kommunikation und Marketing der UniversitĂ€t Heidelberg sieht das weniger kritisch: „Das Land Baden-WĂŒrttemberg steht hier zweifellos in der Verantwortung. Das wird auch vom Rektorat benannt und angemahnt.“

Weil die Sanierung des grĂ¶ĂŸten HörsaalgebĂ€udes der Altstadt im Mittelpunkt der Kampagne zum JubilĂ€um steht, zeige dies Fuhrmann-Koch zufolge, dass fĂŒr die UniversitĂ€t Arbeits- und Lernbedingungen der Studierenden im Mittelpunkt stehen. „Dass diese Botschaft gelegentlich missverstanden wird, lĂ€sst sich offensichtlich nicht vermeiden. Spender, Freunde und Förderer haben das jedoch sehr wohl verstanden und sich diese gute Sache zu Eigen gemacht“, sagt die Pressesprecherin. Sie verweist dabei auf private Spenden amerikanischer Alumni, mit denen in den 1930er Jahren die Neue UniversitĂ€t gefördert wurde. „Eine Tradition, an die unsere Kampagne ‚Dem lebendigen Geist‘ anknĂŒpft.“

von Christoph Straub
   

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