Dies ist ein Archiv der ruprecht-Webseiten, wie sie bis zum 12.10.2013 bestanden. Die aktuelle Seite findet sich auf https://www.ruprecht.de

ruprecht-Logo Banner
ruprecht/Schlagloch-doppelkeks-Jubiläum
Am 13.10. feiern wir 25 Jahre ruprecht/Schlagloch und 10 Jahre doppelkeks [...mehr]
ruprecht auf Facebook
Der aktuelle ruprecht
ruprecht vor 10 Jahren
Andere Studizeitungen
ruprechts Liste von Studierendenzeitungen im deutschsprachigen Raum
ruprecht-RSS
ruprecht-Nachrichten per RSS-Feed
 Hochschule
07.12.2010

Evaluation mit System

FĂ€cherĂŒbergreifendes Pilotprojekt in der Kritik

Seit dem Sommersemester lĂ€uft es an der Uni Heidelberg ein Pilotprojekt zur zentralen Evaluation der Lehrveranstaltungen. Ziel ist die Errechnung eines vergleichbaren QualitĂ€tsindex fĂŒr Lehrveranstaltungen (LVQI).
Der stĂ¶ĂŸt besonders bei den Fachschaften auf Kritik.

Seit dem Sommersemester lĂ€uft an der Uni Heidelberg ein Pilotprojekt zur zentralen Evaluation der Lehrveranstaltungen. Ziel ist die Errechnung eines vergleichbaren QualitĂ€tsindex fĂŒr Lehrveranstaltungen (LVQI). Der stĂ¶ĂŸt besonders bei den Fachschaften auf Kritik.

Der QualitĂ€tsindex fĂŒr Lehrveranstaltungen (LVQI) ergibt sich aus dem Mittelwert der Bewertungen auf den
Beurteilungsbögen. In Fachschaftskreisen ist diese Methode umstritten: „Wir halten es nicht fĂŒr sinnvoll, die Leistung eines Dozenten an einer Zahl festzumachen“, sagt Stefan Breunig, Mitglied der Fachschaft MathPhys. Die hat ihr eigenes Evaluations-System entwickelt. Das Projektsystem blende aus, dass Pflichtveranstaltungen meist weniger gut bewertet werden, als Wahlveranstaltungen. Kurse, die einen interessieren, wĂŒrden meist besser bewertet, als solche, die auf jeden Fall absolviert werden mĂŒssen. Um dem vorzubeugen, wird in einer der zentralen Fragen auf dem Bewertungsbogen explizit danach gefragt.

Positiv hingegen wird bei der neuen Methode bewertet, dass Studenten nun die ausgefĂŒllten Bögen einsammeln und versiegelt an die Zentrale UniversitĂ€tsverwaltung zurĂŒcksenden. „Dies ist eine wichtige Maßnahme“, sagt Fachschaftler Jasper Franke, der ebenfalls an der MathPhys-Evaluation beteiligt ist. „Nur so kann vermieden werden, dass Dozenten einzelne Fragebögen mit schlechten Bewertungen manipulieren oder sogar vernichten.“

Fabian Maroska von der Fachschaft Politik hebt die Bedeutung der Extra-Seite auf dem Befragungsbogen hervor. Auf dieser können Studenten konstruktive VerbesserungsvorschlĂ€ge und Kritik einbringen. Diese Möglichkeit sei ein wichtiges Signal fĂŒr die Studierenden, dass ihre Meinung ernst genommen werde. Dozenten sind dazu angehalten, die Evaluationsergebnisse in ihren Lehrveranstaltungen vorzustellen und zu besprechen.

In den FĂ€chern Mathematik, Informatik und Physik werden sie dies jedoch auch in Zukunft selbst entscheiden können. „Hier trennt sich die Spreu vom Weizen“, so Franke. „Einige Dozenten nehmen die Auswertungen ihrer Lehrveranstaltungen ernst und verbessern diese. Andere wiederum tun gar nichts.“ Es habe zwar schon geringere VerĂ€nderungen gegeben, wie zum Beispiel die Neubepunktung fĂŒr Vorlesungen in der Informatik.

Es sei aber eher unwahrscheinlich, dass Lehrevaluationen die Studienordnungen verĂ€ndern. Nach Aussagen des Dezernats Studium und Lehre, das mit sechs Mitarbeitern an dem Projekt beteiligt ist, seien dafĂŒr Studienfach- und Studienordnungsbefragungen besser geeignet.

MathPhys-Fachschaftler Breunig sieht in seiner fakultĂ€tsinternen Evaluation den Vorteil, dass sich bei ihnen die Dozenten die Bewertungen ihrer Tutoren in jedem Fall anschauen. „Wenn ein Tutor in bestimmten Einzelpunkten
mehrmals schlechte Bewertungen bekommt, wird der Dozent ihn nicht gleich austauschen. Allerdings setzt sich der Dozent dann schon ins Tutorium und prĂŒft, ob die Bewertungen den Tatsachen entsprechen.“ Die zentrale Befragung soll zukĂŒnftig aus StudiengebĂŒhren finanziert werden.

von Jin Jlussi und Corinna Lenz
   

Archiv Hochschule 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004