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 Hochschule
07.02.2010

Mehr Prüfungsangst

Immer mehr leiden an Konkurrenz- und Leistungsdruck

20 Prozent der Heidelberger Studenten haben massive psychische Beschwerden. Der häufigste Grund: Prüfungsangst. Die Anzahl der Betroffenen hat sich in den vergangenen 15 Jahren verdoppelt. Die Ursache ist das Bachelor-Master-System.

20 Prozent der Heidelberger Studenten haben massive psychische Beschwerden. Der häufigste Grund: Prüfungsangst. Die Anzahl der Betroffenen hat sich in den vergangenen 15 Jahren verdoppelt. Die Ursache ist das Bachelor-Master-System.

Die gute Nachricht ist: Es gibt sie immer noch, die glücklichen Studenten. Das ermittelte nun eine umfassende Studie, die die Klienten und Patienten der psychotherapeutischen Beratungsstelle Heidelberg mit mehreren Feldstichproben aus Heidelberger Studenten verglich. Demnach liegt der Anteil der psychisch Gesunden nach wie vor bei rund 80 Prozent.

Die schlechte Nachricht bezieht sich auf die übrigen 20 Prozent der Studenten: "Der Vergleich mit früheren Studien zeigt, dass die Häufigkeiten psychischer Beschwerden in den letzten 15 Jahren konstant geblieben sind, bis auf eine Ausnahme: Prüfungsängste! Diese haben nach eigenen Studien zwischen 1993 und 2008 um 51 Prozent zugenommen", heißt es da.

Mehr Konkurrenz- und Leistungsdruck

Die starke Zunahme führen die Autoren hauptsächlich auf die Umstellung der Studiengänge auf das stark durchstrukturierte Bachelor-Master-System zurück. Die gestiegene Anzahl an Pflichtveranstaltungen und Prüfungen könne zwar Studenten hilfreich sein, die Probleme mit selbstverantwortlicher Arbeit hätten. Sie verursache aber erheblichen Konkurrenz- und Leistungsdruck, der die Begeisterung für das Fach beeinträchtige.

Dieser Aspekt ist nach Ansicht der Forscher keine Bagatelle: Sie befürchten, dass der Mangel an Freiräumen zur Entwicklung und Realisierung eigener Interessen die akademische Laufbahn beeinträchtigt. Die Autoren der Studie läuten Alarm: Auch aus psychotherapeutischer Sicht sei es dringend notwendig, ein ausgewogenes Maß zwischen
Strukturierung und akademischer Freiheit umzusetzen.

von Simone Mölbert
   

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