Dies ist ein Archiv der ruprecht-Webseiten, wie sie bis zum 12.10.2013 bestanden. Die aktuelle Seite findet sich auf https://www.ruprecht.de

ruprecht-Logo Banner
ruprecht/Schlagloch-doppelkeks-Jubiläum
Am 13.10. feiern wir 25 Jahre ruprecht/Schlagloch und 10 Jahre doppelkeks [...mehr]
ruprecht auf Facebook
Der aktuelle ruprecht
ruprecht vor 10 Jahren
Andere Studizeitungen
ruprechts Liste von Studierendenzeitungen im deutschsprachigen Raum
ruprecht-RSS
ruprecht-Nachrichten per RSS-Feed
 Heidelberg
03.05.2010

Konfuzius ohne Nobelpreis

Heidelberger Konfuzius-Institut eröffnet

Vor 2500 Jahren prĂ€gte Konfuzius die chinesische Gesellschaft. Heute fördern Institute seines Namens den kulturellen Austausch. Sie werden oft als Äquivalent der Goethe-Institute bezeichnet: Konfuzius-Institute dienen als Plattform fĂŒr die Verbreitung der chinesischen Sprache und Kultur.

Vor 2500 Jahren prĂ€gte Konfuzius die chinesische Gesellschaft. Heute fördern Institute seines Namens den kulturellen Austausch. Sie werden oft als Äquivalent der Goethe-Institute bezeichnet: Konfuzius-Institute dienen als Plattform fĂŒr die Verbreitung der chinesischen Sprache und Kultur.

Weltweit gibt es derzeit mehr als 300 Konfuzius-Institute. Das nun in Heidelberg neu eröffnete Konfuzius-Institut ist das zwölfte in Deutschland. Es unterhĂ€lt Kooperationen zur Jiao-Tong-UniversitĂ€t in Shanghai sowie zur Uni Heidelberg, im Speziellen zur FakultĂ€t fĂŒr Sinologie.

Am 20. April fand die Eröffnungsfeier im Spiegelsaal des Palais Prinz Carl statt. Rektor Bernhard Eitel und OberbĂŒrgermeister Eckart WĂŒrzner vertraten Stadt und UniversitĂ€t, die chinesische Seite reprĂ€sentierte Wu Hongbo, oberster Botschafter aus Berlin. Sie nahmen das Wort Freundschaft in den Mund, doch sprachen sie vor allem ĂŒber ihre Ambitionen. 

„Das Konfuzius-Institut wird dazu beitragen, die UniversitĂ€t Heidelberg als Marke zu etablieren“, so Rektor Eitel. Auch Heidelbergs Exzellenzcluster wurden erwĂ€hnt, namentlich Sinologie und Geographie, die laut Eitel Heidelbergs „exzellente Rolle“ als Partnerinstitution unterstreichen.

Mit „Eure Exzellenz“ wurde ĂŒbrigens auch der chinesische Botschafter adressiert. Dieser verlor in der ersten HĂ€lfte seiner Rede kein einziges Wort ĂŒber das Institut. Stattdessen sprach er von dem Erdbeben in Qinghai vom 14. April und „der StĂ€rke und dem Fleiß des chinesischen Volkes, diese Krise zu ĂŒberwinden“. Als er den Bogen zu Heidelberg schlug, wurde er nicht mĂŒde zu betonen: „Es gingen bereits zehn Nobelpreise nach Heidelberg, worum wir euch beneiden, denn nach China ging bisher kein einziger. Aber seid gewiss: Wir werden es eines Tages auch schaffen!“

Barbara Mittler, Professorin an der FakultĂ€t fĂŒr Sinologie und Vorsitzende des Vereins des Konfuzius-Institut Heidelberg, erinnerte schließlich daran, dass es sich beim Konfuzius-Institut um eine uneigennĂŒtzige Einrichtung handele. Sie zitierte Konfuzius‘ Metapher des „leeren Herzens“, das die Kerneigenschaft eines Intellektuellen ausdrĂŒckt: „Die Tugend eines wahren Intellektuellen ist die ZurĂŒckhaltung. Sein Handeln soll frei sein von ĂŒbertriebenem Ehrgeiz oder Profitgier.“

Bleibt zu hoffen, dass das Konfuzius-Institut seiner Rolle gerecht wird, das VerstĂ€ndnis zwischen Heidelberg und China zu vertiefen, ohne als Goldesel oder Propagandaplattform missbraucht zu werden. Freundschaft sollte nicht bloß ein leeres Wort sein.

von Xiaolei Mu
   

Archiv Heidelberg 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004