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12.07.2011

Kleine wahre LĂĽgen

3 von 4 Rupis - ein netter Sommerfilm

Jeden Sommer lädt der gestresste Geschäftsmann Max  seine Freunde in sein Strandhaus in SĂĽdfrankreich ein. Doch diesmal ist die Stimmung getrĂĽbt, denn die Clique ist nicht komplett: Ludo liegt nach einem schweren Motorrad-Unfall im Krankenhaus.

Wie jedes Jahr lädt der gestresste Geschäftsmann Max (François Cluzet) seine Freunde in sein Strandhaus in Südfrankreich ein. Doch diesen Sommer ist die Stimmung getrübt, denn die Clique ist nicht komplett: Ludo (Jean Dujardin) liegt nach einem schweren Motorrad-Unfall im Krankenhaus.

Regisseur und Drehbuch-Autor Guillaume Canet, der den meisten eher als Schauspieler („Liebe mich wenn du dich traust“, „Last Night“) bekannt sein dürfte, erfindet das Rad hier nicht neu. Doch dank Star-Aufgebot und witzigen Dialogen gelang ihm damit vor einem Jahr in Frankreich ein Publikumserfolg.

Wenn eine Gruppe von neurotischen Parisern zwei Wochen lang auf engstem Raum zusammenlebt, kann das nicht lange gut gehen. Schnell wird klar, dass jeder mit so einigen Konflikten zu kämpfen hat: Vincent (Benoît Magimel) gesteht Max, dem Patenonkel seines Sohnes, seine Liebe. Marie (Marion Cotillard) scheint sich nur vor ihrem Verehrer aus Paris zu verstecken. Eric (Gilles Lellouche) glaubt mit Mitte 30 immer noch, jede Frau flachlegen zu können und vergrault damit seine feste Freundin. Antoine (Laurent Lafitte) ist besessen davon, seine Ex-Freundin zurückzugewinnen und Veró geht allen mit ihrem Ernährungswahn auf die Nerven.

Besonders beeindruckend und mit viel Feingefühl spielt Benoît Magimel den verwirrten Familienvater Vincent, der nach 15 Jahren merkt, dass er in den jährzornigen Workaholic Max verliebt ist. Dieser wird dargestellt von François Cluzet, dem diese Rolle auf den Leib geschrieben zu sein scheint: völlig verwirrt durch das Liebesgeständnis seines Freundes versucht er sich durch die Jagd auf einen Marder abzulenken und bringt damit die Kinosäle zum Beben.
Neben den beiden wirkt Oscar-Gewinnerin Marion Cotillard als beziehungsunfähige Nymphomanin Marie fast farblos. Ihre großartiges schauspielerisches Talent kann sie erst in der letzten halben Stunde des Films beweisen.

Auch dann erst werden wir fast gewaltsam daran erinnert, warum dieser mitreißenden Komödie die Vorsilbe „Tragi-“ angehängt wurde: Als die Situation im Ferienhaus eskaliert, erfährt das Grüppchen vom Tod ihres guten Freundes. Da dürfte es kaum jemanden überraschen, dass sich bei der Beerdigung Ludos wieder alle versöhnlich in die Arme fallen.

Auch wenn „Kleine wahre Lügen“ (Originaltitel: Les petits mouchoirs) durch seine voraussehbaren Handlungen mehr an Hollywood als an französisches Kino erinnert, lohnt es sich dennoch, ihn im Kino anzusehen. Die 154 Minuten vergehen durch die Situationskomik wie im Flug und dessen Figuren sind sympathisch und wirken so glaubwürdig, dass man sich fragt, ob nicht doch auch die eigenen Freunde etwas vor einem verheimlichen. Ein netter Sommerfilm, der Lebensfreude versprüht.

von Corinna Lenz
   

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