Dies ist ein Archiv der ruprecht-Webseiten, wie sie bis zum 12.10.2013 bestanden. Die aktuelle Seite findet sich auf https://www.ruprecht.de

ruprecht-Logo Banner
ruprecht/Schlagloch-doppelkeks-Jubiläum
Am 13.10. feiern wir 25 Jahre ruprecht/Schlagloch und 10 Jahre doppelkeks [...mehr]
ruprecht auf Facebook
Der aktuelle ruprecht
ruprecht vor 10 Jahren
Andere Studizeitungen
ruprechts Liste von Studierendenzeitungen im deutschsprachigen Raum
ruprecht-RSS
ruprecht-Nachrichten per RSS-Feed
 Hochschule
25.11.2012

Ansturm auf die Uni

Wird Heidelberg vom Doppeljahrgang ĂŒberrannt?

Aufgrund der hohen Zahl an Studierenden sind auch die Mensen ĂŒberfĂŒllt. / Foto: Philipp Fischer

2012 ist das Jahr der Doppelten AbiturjahrgĂ€nge und in dem die Abschaffung der Wehrpflicht spĂŒrbare Folgen hinterlĂ€sst. Ist nun in Heidelberg die Katastrophe völlig ĂŒberfĂŒllter HörsĂ€le eingetreten? Wir haben uns umgehört und festgestellt: Es gibt keine ÜberfĂŒllung, aber es wird kuschlig.

Man stelle sich ein altehrwĂŒrdiges UnigebĂ€ude vor, dass von einer Horde zahnbespangter 17-jĂ€hriger ĂŒberschwemmt wird. Die Dozenten werden heiser, die Putzfrauen bekommen die Toiletten nicht mehr sauber und eine Viertelstunde vor Beginn ist jede Veranstaltung bereits ĂŒberfĂŒllt.  

In den vergangenen Jahren waren der doppelte Abiturjahrgang und seine Folgen immer wieder NĂ€hrboden fĂŒr solche wilden Spekulationen. 2011 wurde die Wehrpflicht abgeschafft und in Bayern und Niedersachsen absolvierten zwei JahrgĂ€nge das Abitur. In diesem Jahr waren die doppelten JahrgĂ€nge in Baden-WĂŒrttemberg, Berlin, Bremen und Brandenburg an der Reihe. Hessen hingegen verteilt seine Umstellung auf G8 auf drei Jahre. Damit fand dieses Jahr dort nur die erste Etappe statt.

In Heidelberg eingeschrieben haben sich in diesem Semester rund 6200 angehende Akademiker, davon 4800 im ersten Semester. Mit eventuellen NachrĂŒckern könnte dies die Spitzenwerte vom Wintersemester 2011/12 erreichen, in dem sich 6300 Neuimmatrikulierte befanden, unter ihnen 4900 Erstsemester. Zum Vergleich: In den vorangegangen Wintersemestern 2009/10 und 2010/11 waren es durchschnittlich noch 5500 Immatrikulationen, unter denen sich 4200 Erstsemesterstudenten befanden.

Interessant ist dabei, dass einige FĂ€cher sogar unterbelegt sind. Beispielsweise in Soziologie waren zu Beginn der Vorlesungszeit noch PlĂ€tze frei. FĂŒr drei kĂŒnftige Soziologen wirkt der Jahrgang somit auch nicht ĂŒberfĂŒllt. Was ihnen aber auffĂ€llt, sind die 18-jĂ€hrigen Studenten, „die vielleicht noch etwas grĂŒn hinter den Ohren sind“. Außerdem hatten sie Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche. „Wir wissen aber nicht, wie es die Jahre davor war.“

Von den LehrĂ€mtersstudiengĂ€ngen hört man Ähnliches. Birte studiert Englisch und Französisch auf Lehramt und meint: „Uns hat man in beiden FĂ€chern gesagt, es seien sogar weniger Studenten als erwartet.“ Moritz kann sich vorstellen, dass das an den Eignungstests liegt, die eingefĂŒhrt wurden. „Vielleicht haben diese abschreckend gewirkt.“

Da klingt es bei den Juristen schon anders. Glaubt man der Facebookgruppe, in der sich die Neulinge sammeln, dann sind es schon fast 400 Studenten. „ÜberfĂŒllt? Wir nennen das kuschelig!“, schreibt Viktoria und sammelt mit dieser Aussage gleich sechs „Likes“. Jana kommentiert: „Ich hab‘s mir schlimmer vorgestellt“. Tina ergĂ€nzt: „Ich denke, dass eher diejenigen etwas davon abbekommen, die gar keinen Platz kriegen.“ Zwei Kommilitonen drĂŒckten auf „GefĂ€llt mir“.

In Kirchengeschichte soll es dieses Jahr 150 Neulinge geben. Caro meint, dass das Institut dafĂŒr aber gut vorgesorgt habe. Seminare gibt es ausreichend und Probleme bei den Toiletten sind schon aus den Vorjahren bekannt. Trotz Ansturm scheint sich die „Katastrophe“ also weitestgehend in Grenzen zu halten.

von Sarah Rau
   

Archiv Hochschule 2020 | 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004