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 Hochschule
26.11.2012

Promotion mit Bachelor

Quasi unm√∂glich ‚Äď selbst f√ľr ‚Äěgute‚Äú Absolventen

Die Anforderungen allein mit einem Bachelorabschluss promovieren zu k√∂nnen, sind in Heidelberg sehr hoch. An der Fakult√§t f√ľr Verhaltens- und empirische Kulturwissenschaften geht das nur mit einem Abschluss mit Auszeichnung und einer zus√§tzlichen "sehr guten" Eignungspr√ľfung.

Woran liegt‚Äôs? Verlangt das Gesetz das oder sind Bachelor-Absolventen im Vergleich zu Absolventen anderer Studieng√§nge wie dem Diplom in noch nicht ausreichendem Ma√üe bef√§higt, eigenst√§ndig wissenschaftlich zu arbeiten? Nach dem Landeshochschulgesetz (LHG) des Landes Baden-W√ľrttemberg sollen Hochschulen Bachelor-Absolventen nur bei besonders guten Leistungen ohne Master zur Promotion zulassen.

Jedoch definiert das Gesetz eine entscheidende Ausnahme: Absolventen von Studiengängen mit einer vierjährigen Regelstudienzeit sollen generell zur Promotion zugelassen werden, unabhängig davon, ob es sich dabei um einen Bachelor-, Diplom- oder Masterabschluss handelt. Somit sollen nach dem LHG die Absolventen von drei- und vierjährige Bachelorstudiengänge unterschiedlich behandelt werden.

An der Universit√§t Heidelberg aber sind die Zulassungsverfahren zur Promotion bei drei- und vierj√§hrigen Bachelorstudieng√§ngen gleicherma√üen streng. Das liegt daran, dass das LHG f√ľr die Fakult√§ten an dieser Stelle nur eine Empfehlung ausspricht. Es ist also den Fakult√§ten selbst √ľberlassen, ob sie zwischen Absolventen von drei- und vierj√§hrigen Bachelorstudieng√§ngen differenzieren.

Hierzu erkl√§rt die Fachschaftskonferenz Heidelberg: ‚ÄěW√§hrend man vielleicht noch nachvollziehen kann, dass Fakult√§ten Bedenken haben, Absolventen eines dreij√§hrigen Studiengangs direkt zur Promotion zuzulassen, ist dies bei vierj√§hrigen Studieng√§ngen nicht nachvollziehbar. Die Fakult√§t f√ľr Biowissenschaften l√§sst einerseits Pharmazeuten nach einem vierj√§hrigen Studium ohne zus√§tzliches Eignungsverfahren zur Promotion zu, andererseits aber l√§sst sie Absolventen eines vierj√§hrigen Biologie-BA-Studiengangs ein spezielles Eignungsfeststellungsverfahren absolvieren, obwohl das LHG auch in diesem Fall empfiehlt, auf zus√§tzliche Eignungstests zu verzichten.‚Äú

Einen solchen vierj√§hrigen Bachelorstudiengang in Biologie gibt es zum Beispiel an der LMU M√ľnchen Thomas Rausch nennt als Prorektor f√ľr Forschung und Angeh√∂riger dieser Fakult√§t auf Anfrage zu diesem Beispiel keine Gr√ľnde f√ľr dieses Vorgehen. Daher ist stark zu bezweifeln, wieso gerade die Bachelor-Absolventen dieses Studienganges trotz gleicher Regelstudienzeit f√ľr eine Promotion weniger geeignet sein sollten als Pharmazeuten ‚Äď zumal diese im Gegensatz zu Bachelorabsolventen, in ihrem ganzen Studium keine der Dissertation √§hnliche wissenschaftliche Abschlussarbeit geschrieben haben.

Hiermit erweckt die Universit√§t den Anschein, als ob nicht nur z√§hlen w√ľrde, welche wissenschaftlichen Qualifikationen Absolventen erworben haben, sondern ob ihr Abschluss den klangvollen Namen Staatsexamen tr√§gt oder aber profan Bachelor hei√üt.

von Ziad-Emanuel Farag
   

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