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 Hochschule
26.11.2012

Willkommen im 21. Jahrhundert

Neue Arbeitsplätze und verlängerte Öffnungszeiten in der UB

Nun auch für Nachtlerner: Die UB verlängert ihre Öffnungszeiten. / Foto: Wikipedia, Stateofthings (CC BY-SA 3.0)

Zum Start des neuen Semesters wartete die Universitätsbibliothek mit einigen Neuerungen auf. Neben 110 Arbeitsplätzen und zwei neuen Toilettenanlagen erweiterte sie ihre Öffnungszeiten auf ein Uhr nachts. Die Resonanz ist bislang durchwachsen.

Er bemüht sich gar nicht mehr seine Müdigkeit zu verbergen. Laut gähnend und etwas einsam wirkt an diesem Abend ein Student im neuen Triplexbereich der UB. Auch die farblose Gestaltung der neuen Arbeitsplätze hält ihn nicht unbedingt wach. Nur ein paar ältere Herren sitzen noch ganz gebannt vor ihren Monitoren. Erst durch das schrille Läuten der Klingel werden sie aus der Konzentration gerissen. Ein Blick auf die Uhr offenbart: Es ist 0:44 Uhr. Zeit nach Hause zu gehen.

Viele Studenten haben sich womöglich zu Beginn des Semesters verwundert die Augen gerieben als sie die UB betraten. 110 Arbeitsplätze, 18 Einzelkabinen und sieben Gruppenarbeitsräume stehen ihnen neuerdings zur Verfügung. Doch die vielleicht beste Nachricht: Seit Anfang Oktober hat die UB fortan bis ein Uhr nachts geöffnet.

Ist sie damit endgültig im 21. Jahrhundert angekommen? „Das ist eine ganz klare Serviceleistung für die Studierenden“, freut sich Sabine Gehrlein über die Erweiterung der Öffnungszeiten. Als Leiterin der Abteilung Benutzung II hat sie sich schon lange dafür eingesetzt. Problematisch war bislang vor allem die Finanzierung. Erst mit der Zusage des Landes, die anfallenden Kosten, laut Gehrlein eine „mittlere fünfstellige Summe im Jahr“, zu übernehmen, wagte man den Schritt.

Doch im Vergleich zu anderen Universitäten hinkt Heidelberg hier immer noch etwas hinterher. In Freiburg, Karlsruhe und Konstanz hat die Hauptbibliothek 24 Stunden geöffnet. Für Gehrlein ist das aber vorerst keine Option. Die Erfahrungen der drei Bibliotheken haben gezeigt, dass zwischen zwei und sechs Uhr nachts fast niemand mehr da sei. Die Resonanz auf die Ein-Uhr-Erweiterung sei bislang „gut, aber noch verbesserungswürdig.“ 50 bis 70 Personen seien im Schnitt noch ab 22 Uhr in der UB.

Für deren Sicherheit sorgen dann zwei bis drei Männer vom Wachdienst Heidelberg. Herr Bergmann ist einer von ihnen. Stoischen Blickes kontrolliert er jeden einzelnen, der seinen Aufsichtsposten passiert. Er will das bloß nicht als Schikane verstanden haben. „Ich mache doch auch nur meinen Job.“ Bis halb zwei Uhr machen er und seine Kollegen Kontrollgänge, sieben Tage die Woche. Er hätte kein Problem, damit wenn die UB noch länger offen hätte. „Dann würde ich noch mehr Geld kriegen“, erzählt Bergmann. Darauf muss er wohl noch eine Weile warten. Allerdings werden in ein paar Jahren er und seine Kollegen noch größere Runden laufen müssen. Spätestens 2015 soll der große Lesebereich, der sich über drei Triplex-Geschosse erstrecken wird, fertig sein. Knapp 1000 neue Arbeitsplätze sollen dann entstehen.

Vorsorglich wurde auch jetzt schon ein Wickelraum neben den Toiletten installiert. Später soll ein ganzer Eltern-Kind-Raum folgen. Frau Gehrlein findet es schön, wenn man das Angebot habe. Man wolle die Eltern mit Kindern schließlich „nicht diskriminieren“. Ob die Kinder dann bis ein Uhr nachts ihre Eltern in der UB wachhalten werden, bleibt abzuwarten.

von Michael Graupner
   

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